Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Besuch im Landeshaus Kiel am 14.1.2013

von Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e.V., hatte sich für den ersten Ausflug im neuen Jahr, im Landeshaus angemeldet und den Wunsch geäußert, über erneuerbare Energien näheres zu erfahren. Dafür stellte sich Herr Detlef Matthiessen, aus der Grünen Fraktion zur Verfügung.

Er hat uns sehr freundlich empfangen und bei belegten Brötchen und Getränken, stellte sich eine sehr lockere Atmosphäre ein.

Es war sehr interessant zu verfolgen, welchen Werdegang Herr Matthiessen eingeschlagen hatte, um sich mit einer schwierigen technischen Materie zu befassen. Als Tierarzt ging er in die Politik, um sich der Umwelt und Anti-AKW-Bewegung anzuschließen. In Berlin war er Mitbegründer der Alternativen Liste und 1980 Delegierter des Gründungsparteitages der Grünen und als Gemeindevertreter in Osterby (Geburtsort), widmete er sich ganz der Energiepolitik.
Sein Vortrag über erneuerbare Energien  war sehr neutral, übersichtlich, verständlich und sehr kompetent. Die Windenergie stand im Vordergrund, deren Kapazitäten überschüssige Energie liefern.  Es wurden Fragen gestellt, wie diese gespeichert werden könnten. Das wäre noch nicht möglich, aber sie würden verkauft, vor allem nach Frankreich, war seine Antwort.

In der laufenden Legislaturperiode und auch in Zukunft liegen neue Aufgaben vor uns, mit dem Ausstieg aus dem Atomprogramm
(13. AtG-Novelle) steht der Rückbau von zwei der vorhandenen Atomkraftwerke in Schleswig-Holstein an. Dazu bedarf es einer intensiven landespolitischen Begleitung. Statt eines so genannten „sicheren Einschlusses“ wollen wir den „Rückbau zur grünen Wiese“ durchsetzen. Die Rückstellungen der Atomindustrie müssen insolvenzsicher gestellt werden. Für das verbleibende AKW Brokdorf darf es keine sicherheitstechnischen Kompromisse geben. Das gilt bis zum letzten Betriebstag.

Die Energiewende beruht im Wesentlichen auf der Windenergie. Wir wollen die installierte Leistung verdreifachen und die daraus zu produzierende Strommenge vervielfachen. Schleswig-Holstein kann fast allein den Beitrag liefern, der zunächst vorgesehen ist. Aus heutiger Sicht ist der Konflikt mit der Bundesregierung und den Energiekonzernen vorprogrammiert. Nur mit einer klugen Energiepolitik werden wir uns durchsetzen. Ohne einen ambitionierten Ausbau der Stromnetze geht es nicht. Das Alles erfordert gesellschaftliche Mehrheiten und einen intensiven Dialog mit den Bürgern. Ihre Beteiligung und Mitwirkung ist Teil der ökologischen Energiewende.

Netze in Bürgerhand bedeutet soziale und wirtschaftliche Teilhabe in der neuen Energiepolitik. Wir wollen nicht nur den Gedanken der Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger an Solarparks und Windenergieanlagen voranbringen, sondern auch Beteiligung an den Netzen, und zwar auf allen Netzebenen.

Leider mußte  die sehr sachbezogene Diskussion aus Zeitmangel abgebrochen werden. Die Mitglieder und Gäste vom Gesprächskreis ILEX hätten noch genug Fragen in Bezug auf energierelevante Themen – so z. B. das Problem mit den Energie-Sparlampen u.v.m.

Auf unseren Wunsch den Plenarsaal kennenzulernen,  führte Herr Matthiessen uns noch in den, an diesem Tag leeren, Sitzungssaal.
 
Nach diesem ganz besonders informativen Vormittag, mit einem äußerst sachkundigen Politiker,  durfte man sich im gemütlichen und rustikalen Rathauskeller zu Mittag stärken und sich über das Gehörte austauschen. Den Ausklang dieses Tages genoß die Busgesellschaft im Naturpark Westensee im Cafe Zeit.

Man war sich auf der Heimfahrt wieder einig: „Das war Spitze”
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