Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Ärzte ohne Grenzen

Bericht über die Veranstaltung am 31.05.2010
Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e.V. hatte zu obigem Thema Frau Dr. med. Ines Moosmayer, Ärztin im Krankenhaus Altona und Meike Hülsmann, Projekt-Koordinatorin und seit Mai 2009 im Vorstand von Ärzte ohne Grenzen eingeladen.

Frau Meike Hülsmann,
Frau Dr. Ines Moosmayer

Zunächst berichteten die Referenten über die Entstehungsgeschichte von "Ärzte ohne Grenzen". Die Organisation wurde 1971 von Ärzten und Journalisten in Paris gegründet. 1972 ist "Ärzte ohne Grenzen" zum ersten Mal nach der Naturkatastrophe, dem Erdbeben in Nicaragua, im Einsatz. 1978 begann die Organisation mehrere Hilfsprojekte in der Westsahara, in Djibouti, im Sudan und dem ehemaligen Zaire in Angriff zu nehmen. 1981 begann die Organisation, ein effizientes Logistiksystem aufzubauen, das die Versorgung mit Hilfsgütern und deren Transport sowie die Funkkommunikation auf eine professionelle Basis gestellt hat. Damit konnten sich die Ärzte auf ihre eigentlichen medizinischen Aufgaben konzentrieren. Im Jahre 1986 wuchs die Organisation mit der Gründung von neuen Büros in Spanien und Luxemburg zu einem internationalen Netzwerk zusammen. Neben Frankreich agierte "Ärzte ohne Grenzen" von Belgien, den Niederlanden und der Schweiz aus. Erst im Jahr 1993 erfolgte die Gründung der deutschen Sektion von "Ärzte ohne Grenzen". Aufgrund des humanitären Engagements erhielt die Organisation 1999 den Friedensnobelpreis. "Ärzte ohne Grenzen" ist z.Z. in rund 60 Ländern mit Hilfsgütern präsent. Die Organisation hat Sektionen in 19 Ländern und weltweit drei Millionen Unterstützerinnen und Unterstützer. In den 2000 Hilfsprojekten arbeiten 4600 Mitarbeitern, alle auf ehrenamtlicher Basis. Sie erhalten nur eine Aufwandentschädigung. Lediglich die Mitarbeiter in den Büros in Europa sind festangestellt.

"Ärzte ohne Grenzen" ist eine private internationale Organisation. Die meisten Mitarbeiter sind Ärzte und Pflegekräfte, aber auch Vertreter zahlreicher anderer Berufe unterstützen aktiv die Arbeit. Alle Mitarbeiter verpflichten sich zu den in einer Charta festgelegten Grundsätzen.

Der Projekteinsatz dauert in der Regel sechs bis zwölf Monate. Bei Chirurgen/Innen und Anästhesisten/Innen sind auch Einsätze von sechs bis zwölf Wochen möglich.

Nun wurde uns anhand von Beispielen die Arbeit der Organisation noch näher erläutert.

ZIELE VON ÄRZTE OHNE GRENZEN

Humanitäre, medizinische Nothilfe, Sprachrohr für Menschen in Not (Témoignage)

PRINZIPIEN VON ÄRZTE OHNE GRENZEN

Unabhängigkeit, Unparteilichkeit, Neutralität

DIE ARBEIT VON ÄRZTE OHNE GRENZEN

Basisgesundheitsversorgung (z.B. in Flüchtlings-und Vertriebenenlagern), Ernährungsprogramme, Behandlung spez. Krankheiten (z.B. HIV/Aids, TB), Wasserversorgung / Errichtung sanitärer Anlagen, Chirurgische Programme und Psychosoziale Programme

HAUPTEINSATZGEBIETE

Konflikte / Kriege, Flüchtlings-und Vertriebenenkontexte und Naturkatastrophen.

Diskussion mit den Besuchern

MITARBEITER IN DEN PROJEKTEN

Alle Teams bestehen aus nationalen und internationalen Mitarbeitern.
Wir arbeiten in interdisziplinären Teams, u.a. Ärzte, Pflegepersonal, Hebammen, Psychologen, u.ä., Laborfachkräfte, Logistiker, Finanzkräfte und Epidemiologen.

MEDIZINISCHE ORGANISATIONSFORM

Medizinische Versorgung meist als horizontale Versorgung: Basisgesundheitsversorgung und Arbeit in Referenzkrankenhäusern.

Vertikale Versorgung: auf spezifische Gesundheitsprobleme wie Tuberkulose/HIV, Unterernährung.

Gesundheitszentren (bestehende oder neu eröffnete)

Unterstützung bestehender Krankenhäuser, mobile Kliniken, Geburtshilfe, Kinderheilkunde (und Ernährungszentren), infektiologische Erkrankungen (Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfekte, Malaria, Parasitosen, u.v.m.), chirurgische Notfallversorgung (Wunden, Blinddarmentzündungen, Schußverletzungen, etc.). Zunächst alle nicht verschiebbaren medizinischen Probleme, später ggf. auch elektive Versorgung.

Medizinische Schwerpunkte I

Geburtshilfe, Kinderheilkunde (und Ernährungszentren), infektiologische Erkrankungen (Durchfallerkrankungen, Atemwegsinfekte, Malaria, Parasitosen, u.v.m.), chirurgische Notfallversorgung (Wunden, Blinddarmentzündungen, Schußverletzungen, etc.), Zunächst alle nicht verschiebbaren medizinischen Probleme, später ggf. auch elektive Versorgung.

Medizinische Schwerpunkte II

Planung epidemiologischer Notfälle (Meningitis, Cholera, etc.), Apotheke, medikamentöse Versorgung organisieren.

Medizinische Schwerpunkte III

Statistische Auswertung der Arbeit, z.B. von Durchfallerkrankungen, etc., "Lobbying" anhand medizinischer Daten (z.B. für Impfstoffe, Moskitonetze, Latrinen).

Dank an die Moderatorinnen

Unsere Referentin Frau Meike Hülsmann war selbst schon 9 x bei einem Einsatz dabei, u.a. im Sudan, Kongo, Äthiopien, Burundi, Nigeria. Auch Frau Dr. Moosmayer war bereits im Kongo und im Tschad tätig. Dadurch konnten beide ausführlich über ihre Erfahrungen und beschwerlichen Einsätzen in den afrikanischen Ländern berichten. Anhand einer Präsentation wurden wir auch mit Bildern auf die verschiedenen Projekte aufmerksam gemacht.

Nach den umfangreichen Ausführungen der Referentinnen setzte noch eine lebhafte Diskussion mit den Teilnehmern der Veranstaltung ein.

Zum Schluß erhielten beide Damen für ihr Kommen als Dank und zur Erinnerung je eine Tasche mit Ilex-Aufdruck und flüssigem Inhalt von unserer 1. Vorsitzenden Ingrid Heit.

Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen