Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

www.ilex-kaltenkirchen.de                      

Privatschulen - immer beliebter

Referentin: Frau Barbara Manke-Boesten
(Schulleiterin, Geschäftsführerin und Gründerin der Leibniz Privatschule Elmshorn und Leiterin der Schule Bad Bramstedt/Hitzhusen)

Bericht über die Veranstaltung am 27.09.2010

Gisela Lehnert

Kurz nach 19:30 Uhr eröffnete unsere erste Vorsitzende Frau Ingrid Heit die Veranstaltung mit der Begrüßung der Anwesenden, besonders die zahlreich erschienenen Gäste. Nach den üblichen Regularien erteilte sie der Referentin Frau Barbara Manke-Boesten das Wort.

Nach einer kurzen Schilderung ihrer beruflichen Laufbahn kam sie zum eigentlichen Thema.

Frau Barbara Manke-Boesten
bei ihrem Referat

In der Bildungsdiskussion dominiert die Annahme, es seien die Gutverdiener, die sich das Schulgeld leisten können. Doch das Deutsche Institut für Wirtschaftsforschung hat festgestellt, dass Privatschulen keineswegs nur Kinder aus wohlhabenden Familien besuchen.

29 Privatschulen gibt es mittlerweile in Schleswig-Holstein. Eine verschwindend geringe Zahl verglichen zum Beispiel mit Baden-Württemberg mit derzeit 680 Privatschulen und 135000 Schülern. Die Konzepte von Waldorf, Montessori oder Johannitern sind unterschiedlich, doch eines ist gleich: Individuelle Förderung und enge Betreuung werden großgeschrieben.

Die Leibniz-Schule in Elmshorn und Bad Bramstedt ist eine davon. Die Genehmigungsverfahren für Schulen in privater Trägerschaft sind langwierig und seit vielen Jahren unverändert. Doch seien seit Eröffnung der Leibniz-Schule in 2006 fünf oder sechs weitere Privatschulen eröffnet worden, so Manke-Boesten. Die Einrichtung des Johanniterordens in Quickborn nahm dieses Jahr ihren Betrieb auf und ab dem nächsten Schuljahr geht eine christliche Schule in Elmshorn an den Start. Viele Schulleiter erklären sich den Boom mit der zunehmenden Unzufriedenheit der Eltern mit dem staatlichen System.

Eltern, die deutlich mehr verdienen als der Durchschnitt, schicken ihre Kinder ebenso häufig auf Privatschulen wie weniger Begüterte mit normalem Einkommen. Das Bild von der Eliteschmiede für die Oberschicht stimme so nicht. 130 Euro für die Grundschule und 150 Euro für die weiterführende Schule werden in der Leibniz-Schule pro Monat fällig. Für eine Ganztagsbetreuung von 7.30 bis 17 Uhr kommen nochmals 120 bzw. 150 Euro hinzu.

Die Leibniz-Schule ist die größte im Land. In diesem Schuljahr werden 750 Kinder und Jugendliche unterrichtet, hinzu kommen weitere 250 Schüler in Bad Bramstedt/Hitzhausen. Der erst im August 2010 neu bezogene Gebäudekomplex in Elmshorn fasst alle Schüler und ist ausgestattet mit Dreifeldsporthalle, zwei separaten Gymnastikräumen sowie Außenanlagen wie Sportplatz, Beachvolleyballfeld und Laufbahnen. Unsere Referentin wurde mehrfach mit Zwischenfragen konfrontiert und führte dann aber weiter aus.

Die Lehrkräfte sind den ganzen Tag in der Schule. Sie unterrichten und bereiten sich in einem der 16 Lehrerzimmer auf den Unterricht vor. Sie nehmen gemeinsam mit den Schülern die Mahlzeiten ein und sind auch für die Hausaufgabenbetreuung, die nachmittags für eine Stunde angesetzt ist, und AGs zuständig. "Der Lehrer muß genau hinschauen, dann kann er auch unterstützend oder mäßigend eingreifen", so das Konzept Leben und Lernen. Unterrichtet wird in Doppelstunden, in denen Phasen der Konzentration und des Übens unter Anleitung eines Lehrers mit Phasen des eigenen Entdeckens und vom Lehrer individuellem begleitetem Lernen sich ablösen. Separate Lernateliers können zeitgleich für selbständig arbeitende Kinder genutzt werden.

Unsere 1. Vorsitzende bedankt sich bei der Referentin

Die Leibniz-Schule bietet alle Abschlüsse an, unterrichtet von Klasse eins bis zwölf. Noch ist sie im Aufbau, umfasst in diesem Schuljahr die Stufen eins bis neun mit einer Klassenstärke von maximal 22 Schülern.

Die große Nachfrage führt Manke-Boesten auf das besondere Konzept der Schule zurück. Außer dem täglichen Sportunterricht wird bereits ab dem Kindergarten auf englisch (bilingualer Unterricht) unterrichtet. "Unsere Unterrichtsmethodik ist anders." So gebe es kaum Frontalunterricht. Der Lehrer sei so etwas wie ein Lernbegleiter, der die Kinder zu selbständigem Arbeiten - allein sowie in der Gruppe - befähigt. Aktuell sind über 50 Pädagogen für die Privatschule tätig.

Nach dieser umfangreichen Information entwickelte sich dann wie immer noch eine rege Diskussion. Unsere Referentin hat die vielen gestellten Fragen bestens beantwortet. Zu bemerken wäre noch, dass jedes Jahr die Schülerzahlen steigen, die im Lande eine allgemeinbildende Schule in privater Trägerschaft besuchen. Mißtrauen Eltern dem staatlichen Bildungssystem?

Zum Abschluß der Veranstaltung erhielt Frau Manke-Boesten von unserer ersten Vorsitzenden Frau Ingrid Heit als Dank eine Vereinstasche mit flüssigem Inhalt.

Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen