Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Die Zukunft der Kirchen

Bericht von Sigrid Vierow

Bevor Herr Riecke über seine 12 Thesen zur Zukunft der Kirchen referierte, lobte er den Kir-chenkreis in dem er seit 7 Monaten tätig ist. Es gibt viel Engagement der Menschen, eine deut-liche Öffnung zu religiösen Fragen, eine Grundoffenheit und Achtung vor einander.

Dann erklärte er den Mitgliedern von Ilex, dass die Blätter des Ilex Böses abwehren sollen und der Ilex ein Symbol für Unsterblichkeit ist – der Name wäre also gut gewählt.

Dann kam er zu seinen 12 Thesen:
  1. Die Kirche wird von einer missionarischen Öffnung bestimmt sein. Ein stärkeres Zugehen auf die Menschen wird nötig sein.
  2. Die Kirche wird von einer Vielzahl attraktiver und unterschiedlicher Gottesdienste sowie weiterer Angebote geprägt werden.
  3. Die Kirche bleibt der Mund der Stummen und ein Fürsprecher derer, die am Rande stehen.
  4. Die Kirche der Zukunft ist ökumenisch (Dies bezieht sich sowohl auf die kirchenbezogene und als auch auf die weltbezogene - Seite der Ökumene.)
  5. Ein wichtiger Teil der Kirche bleibt eine lebens- und leidensnahe Diakonie mit einem klaren kirchlichen Profil
  6. Der Bildungsauftrag der Kirchen wird seine besondere Bedeutung behalten.
  7. Die Kirche bleibt in ihrem Kernbestand die Gemeinschaft der Glaubenden
  8. Die Kirche wird weniger klerikal dirigiert werden.
  9. Die Kirche wird weniger staatsverbunden sein.
  10. Die Kirche wird kleiner und ärmer sein.
  11. Die Kirche wird weniger eurozentrisch bestimmt sein.
  12. Die Mitglieder der Kirche werden aus einer so traditionsfernen Gesellschaft kommen, dass sie sich in Freiheit und mit weniger Ressentiments den Überlieferungen des Christentums wieder zuwenden können.
Zusammenfassen kann man diese Thesen mit dem Satz der ehemaligen Landesbischöfin Margot Käßmann: „Die Kirche muss frisch, fromm, fröhlich, frei sich einlassen auf diese Zeit, auf diese Welt.“

In der anschließenden Diskussion ging es unter anderem um die Frage des Religionsunterrichtes an Schulen. Der Propst gab an, dass der Unterricht staatlich sei aber die Ausbildung der Lehrer auch durch die Kirche erfolgt. Auf die Frage, schrumpft die Mitgliederzahl der evangelischen Kirche deutlich, kam ein klares Nein. Die Zahlen gehen zwar etwas zurück, aber es ist nur
etwa 1 %.

Für Kaltenkirchen wurde eine sehr emotionale Frage gestellt. Es ging um die Ablehnung, die Trauerfeier für Herrn Ingo Zobel in der Kirche abzuhalten, obwohl Herr Zobel viel für die Kirche getan hat. Propst Riecke betonte, dass dies aus Achtung für Herrn Zobel geschehen sei. Herr Zobel hatte sicherlich für ihn wichtige Gründe um aus der Kirche auszutreten. Wenn man eine Trauerfeier in der Kirche, mit dem Verstorbenen abgehalten hätte, würde man die Entscheidung und Überzeugung des Verstorbenen nicht ernst nehmen.

Noch eine heikle Frag war, können gleichgeschlechtliche Paare in der Kirche getraut werden. Hier kam auch ein klares Nein. Einige Pastoren geben, nach einem intensiven Gespräch mit dem Paar, ihren Segen in einem begleitenden Gottesdienst, keine Trauung wie bei Mann und Frau.

Zum Schluss führte der Propst auf Bitte noch aus, welche Aufgaben er inne hat. Er ist zuständig für 10 Gemeinden. Er erarbeitet für und mit den Pastoren Strukturen, damit sie gute Arbeit leis-ten können. Er macht Visitationen, ist für alle Verwaltungsfragen zuständig und schaltet sich bei Konflikten innerhalb der Gemeinden ein. Er ist für die Öffentlichkeitsarbeit zuständig, beantwor-tet Anfragen und er hält auch Gottesdienste ab.

Die ca. 60 Zuhörer waren von Propst Riecke und seiner offenen Art auch schwierige Fragen zu beantworten sehr angetan. Es ist bestimmt nicht, hofft der Gesprächskreis Ilex, der letzte Vortrag von Herrn Riecke gewesen.
Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen