Gesprächskreis Ilex e. V.

 

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Heinrich Wille stellte sein 2011 erschienenes Buch vor: "Ein Mord, der keiner sein durfte" - 26.03.2012

Bericht von Sigrid Vierow

Die mysteriösen Umstände vom Tod des ehemaligen schleswig-holsteinischen Minister­präsidenten Uwe Barschel bewegen noch heute viele Gemüter. Im voll besetzten Bürgerhaus lauschten die Gäste und Mitglieder des Gesprächskreises ILEX den Worten von Herrn Wille, ehemals Leitender Oberstaatsanwalt in Lübeck.

Der inzwischen pensionierte Wille sagte deutlich, seiner Meinung nach war es kein Selbstmord. Lösungen kann er nicht präsentieren - nur Fakten. Damit wurde jeder aufgefordert sich ein eigenes Bild zu machen.

Uwe Barschel wurde 1982 schleswig-holsteinischer Ministerpräsident. Ein während des Landtagswahlkampfs 1987 aufgekommener Skandal, der als Barschel-Affäre Aufsehen erregte, veranlasste den damals 43-jährigen Regierungschef zum Rücktritt. Wenige Tage später, am 11. Oktober 1987, wurde der CDU-Politiker im Nobelhotel Beau Rivage in Genf in einer Badewanne tot aufgefunden -vollständig bekleidet. Die offiziellen Ermittlungen in der Schweiz und Deutschland ergaben, Barschel hatte sich das Leben genommen.

Nachdem Heinrich Wille seine Stelle als Leiter der Lübecker Staatsanwaltschaft antrat, wurde ihm der damals noch unerledigte Fall Barschel vom Bundesgerichtshof zugewiesen. Wille begann 1994 ein Ermittlungsverfahren zum Tod Barscheis. Es wurde später ohne eindeutiges Ergebnis eingestellt. Wille kam jedoch zu dem Schluss, dass Suizid als Todesursache ausscheidet. Der in Barschels Blut nachgewiesene Medikamenten-Mix hat zum Herzstillstand geführt. Aber das Medikament, dass zum Tode geführt hat, konnte Barschel nicht mehr selbst eingenommen haben.

Wille wurde weder vom BND noch von anderen Behörden umfassend informiert. Viele Geheimnisse haben die Untersuchungen begleitet. Waffengeschäfte wurden erwähnt, auch die "Stasi" schien eine Rolle gespielt zu haben. Die Zuhörer wurden nachdenklich, als der ehemalige Oberstaatsanwalt sagte: "Es gab einige, die kein Interesse daran hatten, dass zu viel nachgeforscht wurde." "In der vorgesetzten Dienststelle wurde illegal versucht, Ermittlungen zu unterbinden." "Die Presse wusste manchmal mehr als die Staatsanwaltschaft."

In der anschließenden Diskussionsrunde wurde gefragt ob Wille während des Verfahrens bedroht worden sei. Er erwähnte, dass sowohl seine Familie als auch Mitarbeiter bedroht wurden. Die Zuhörer gingen sehr nachdenklich und mit einer "anderen" Sicht der Geschehnisse wieder nach Hause.

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