Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Schwäbisch "schwätza" und "singa" konnte das Publikum dann doch nicht

Trotzdem wurde beim Konzert des Ulmers Walter Spira viel gelacht - Eingeladen att ihn der Gesprächskreis ILEX

Artikel  der Segeberger Zeitung vom 10. Mai 2014

Kaltenkirchen. Viele verstehen hierzulande nicht einmal Plattdeutsch. Daher ist es kein Wunder, dass es um das Schwäbische noch kümmerlicher bestellt ist. Entsprechend besorgt u dein Publikum war dann auch der Ulmer Sänger und Komödiant Walter Spira bei seinem Auftritt im Kaltenkirchener Bürgerhaus. "Ich hoffe, ihr könnt mich verstehen?!", vergewisserte er sich immer wieder, Und erntete dafür stets ein aufmunterndes, beruhigendes "Jaaaa!". 

Isabel Pantel

Jedes Wort dürften die Gäste zwar nicht verstanden haben, aber im Kontext erschloss sich das meiste dann doch. Und mancher Witz wirkte gerade weil der Dialekt für norddeutsche  Hörer so schwer verständlich ist und sich dadurch komisch anhört.

Walter Spira gab zu, nur selten nördlich der Mainlinie aufzutreten. Dass es ihn nun sogar bis nach Schleswig-Holstein verschlug, hatte einen guten Grund: Der Kaltenkirchener Gesprächskreis ILEX war vor einigen Monaten nach Blaubeuren gereist, unweit von Ulm, und hatte Spira dort kennen gelernt. Weil damals nicht alle Vereinsmitglieder dabei waren, wurde der Entertainer kurzum zu einem Gastspiel eingeladen. Rund 60 Besucher erlebten seinen Auftritt mit.

Walter Spira betrachtet sich selbst als Mundartmusikant, der auf Schwäbisch "ond Deitsch" singt. Als er zu Beginn seines Liederabends fragte, welche Gäste denn überhaupt des Schwäbischen mächtig seien, meldete sich nur eine Dame, die dann auch gleich eine Kostprobe ihres Könnens gab. Weil sonst lediglich betretenes Schweigen herrschte, milderte Spira seinen Dialekt aus Rücksicht ein wenig ab. Außerdem machte er es sich zur Aufgabe, mit seinem Publikum wenigstens einige Refrains zu üben. "I hann lang brauchd zom Komma" war die erste Herausforderung. Für den Großteil der Gäste war offenbar selbst das zu schwierig, denn der sonst so diskutierfreudige Gesprächskreis verhielt sich den ganzen Abend über auffallend ruhig. Immerhin war aber an den schmunzelnden Gesichtern abzulesen, dass der Auftritt gut ankam.

Walter Spiras Lieder leben vor allem vom Wortwitz und vom Spitzbübischen des Sängers. Das sorgte immer wieder für Lacher, beispielsweise als der Ulmer beim Blick in das fast ausschließlich weibliche Publikum sang: "Ich wart' schon seit ich singe auf meine erste Stalkering." Auch dass es beim Mitsingen der Refrains nicht recht klappen wollte, nahm Spira auf die Schippe. "Wenn ihr mitsingt, dann bitte nicht so brachial, dass es mich vom Hocker haut", kommentierte er einmal, nachdem die "Ilex"-Mitglieder und ihre Gäste wieder ihren Einsatz stumm ausgesessen hatten.

In seinen Liedern greift Spira viele Zeiterscheinungen auf und überspitzt sie: beispielsweise die Flut an Versicherungen, die das Leben von der Wiege bis zur Bahre bestimmt, oder auch die Allmacht von Navigationsgeräten, ohne die für viele Autofahrer heute gar nichts mehr geht, Völlig verplanten Grundschulkindern, die nach Ballett, Judo, Gitarrenunterricht, Russisch-Förderstunde und Tennis schon nicht mehr wissen, wann sie ihre Hausaufgaben machen sollen, wurde ebenfalls ein Lied gewidmet. Alle Texte waren lustig und pointiert, dennoch hatten sie klare Botschaften.

Wer in diesem Jahr noch in den Süden reist , kann sich im Internet (www.walterspira.de) über das Tourneeprogramm des Entertainers informieren. Der Gesprächskreis Ilex trifft sich immer am letzten Montag des Monats ab 19.30 Uhr im Kaltenkirchener Bürgerhaus. In der Regel werden Referenten eingeladen. Die nächste Veranstaltung ist für den 25. Mai geplant, Dann soll über die Aufgaben des Landes Rechnungshofes diskutiert werden. Das komplette Ilex-Programm findet sich ebenfalls im Internet.

Foto: Walter Spira "normal" und als Punker verkleidet


Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen