Gesprächskreis Ilex e. V.

 

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 Die Heilsarmee anders als Du denkst

    Bericht von Sigrid Vierow

Zuerst hat Frau Schollmeier etwas über die Geschichte der Heilsarmee erzählt:

William Booth, Methodisten-Pfarrer, gründete 1865 in London die Christian Revival Association. Grund war seine Erschütterung über das Elend in den Slums des Londoner East End. Mit Freiwilligen aus verschiedenen Kirchen, fing er an den Bedürftigen zu helfen. Seit 1878 nannte sich die Bewegung offiziell Die Heilsarmee (The Salvation Army). William Booth war der erste General im Kampf der Heilsarmee gegen das Elend. Die Organisation wurde militärisch strukturiert mit der Einführung von Rängen, Uniformen und Symbolen.

Catherine Booth, seine Ehefrau, war die intellektuelle Führung der Bewegung und unterstützte ihren Mann. Sie war eine ausgezeichnete Predigerin. Sie setzte sich für verbesserte Arbeitsbedingungen, besonders der Frauen, ein. Seit der Gründung und bis heute, haben Frauen in der Heilsarmee den gleichen Status wie Männer.

Seit 1886 gibt es die Heilsarmee in Deutschland, die dort nicht so recht Fuß fassen konnte. Aber Frau Schollmeier hat begeistert von einer geschichtlichen Begebenheit erzählt, durch die Die Heilsarmee in Deutschland an Bedeutung gewann. 1905 konnte ein Student aus Koblenz nicht in den Ferien nach Haus fahren. Daraufhin hat er in einem Männerwohnheim der Heilsarmee angefragt ob er dort bleiben kann. Nach anfänglichen Bedenken hat man ihn dort 6 Wochen wohnen und arbeiten lassen. 1918 kam er, inzwischen Journalist, durch Zufall in Berlin am Hauptquartier Der Heilsarmee vorbei und erinnerte an die freundliche Aufnahme vor vielen Jahren. Er ging rein und fragte ob er etwas tun könnte. Er konnte. Durch seine Kontakte konnte er beschlagnahmte Gulaschkanonen vor dem Einschmelzen retten und dadurch konnte Die Heilsarmee viele Menschen vor dem Hungertod retten.

Ein Grund, dass Die Heilsarmee in Deutschland nicht so erfolgreich ist wie in anderen Ländern, ist unsere Abneigung gegen Uniformen. 

Auf die Frage wie sich die Heilsarmee finanziert war die Antwort durch Spenden von Firmen, Einnahmen der Wohnheime, Gelder vom Diakonischen Werk und freiwillige Gelder der Mitglieder. Die Heilsarmee erhält, wie die ev. Freikirchen, keine Geld aus der Kirchensteuer.

Es gibt 2 Möglichkeiten der Heilsarmee zu dienen: entweder als Soldat, Hauptamtlicher, oder als Angehöriger. Als Angehöriger hat man weniger Rechte aber auch weniger Pflichten. Als Soldat muss man eine 3-jährige Ausbildung in einer Bibelschule mit einem Bachelorabschluss absolvieren. Die Soldaten legen ein Gelübde vor Gott ab, unteranderem, dass sie auf Alkohol oder andere Drogen verzichten.

Für die Soldaten bestimmt die Zentrale in Köln wo man eingesetzt wird. In der Regel bleibt man 5-6 Jahre am gleichen Ort. Frau Schollmeier war allerdings ca. 20 Jahre auf dem Kiez tätig. Es ist schwer in solchen Brennpunkten Kontakt zu den Menschen, mit ihren unterschiedlichsten Problemen zu bekommen. Deshalb ist dort Kontinuität wichtig. Auch Nachwuchs für die Tätigkeit auf dem Kiez anzuwerben ist sehr schwierig. Wer sich dazu entschließt muss mindestens 18 Jahre sein und in den Probewochen als ersten Test die Treppe zum Haus der Heilsarmee von den unterschiedlichsten "Hinterlassenschaften" reinigen. Auf dem Kiez ist es gut, dass Die Heilsarmee Uniform trägt, das schützt vor Übergriffen bei jungen Frauen.

Als Offizier bei der Heilsarmee darf man nicht in der Politik tätig sein. Deshalb wurde ein CDU Bundestagsabgeordneter aus Chemnitz vom Hautamtlichen zum Mitglied der Heilsarmee.

Die Zuhörer waren fasziniert von der Begeisterung mit der Majorin i.R. Schollmeier von der Heilarmee berichtet hat. Sie ist durch Gottes Ruf zur Heilsarmee gekommen und auch wenn es nicht immer leicht war, hat sie sehr gerne in der Heilsarmee gedient. Sie steht voll hinter dem Gedanken, die evangelische Lehre mit der Hilfe für Bedürftige zu verbinden.

Auf Wunsch des Gesprächskreis ILEX hat Frau die Schollmeier die bekannte Spendendose der Heilsarmee mitgebracht. Diese Dose konnte sie gutgefüllt bei der Heilsarmee abliefern. Weil Frau Schollmeier das Gelübde der Abstinenz abgelegt hat, bekam sie zwar wie immer eine ILEX-Tasche allerdings ohne Wein sondern mit einem kleinen Fahrkostenzuschuss.

Marion Schildt                            Majorin i.R. Christine Schollmeier

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