Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Büttenwarder 15.9.2012

von Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e. V. war mal wieder unterwegs. Mehrere Ziele in der Gegend vom  Sachsenwald wollten wir in Augenschein nehmen. Um 9:00 Uhr starteten wir am Busparkplatz an der Holstentherme. Zunächst ging es ab Kaltenkirchen über die Dörfer nach Bargteheide, wo wir von einer Reisebegleiterin - Frau Margret Danger - erwartet wurden. Sie hatte eine Kollegin, Frau Unverhau, die schnuppern wollte, mitgebracht. Da durch eine große Baustelle auf der A 1 - hervorgerufen durch Pfuscharbeit erneut die Anschlußstelle Bargteheide gesperrt ist, mußten wir notgedrungen die Auffahrt Ahrensburg benutzen. Leider konnten wir dadurch die Raststätte Buddikate nicht anfahren. Aber unsere Frau Danger leitete uns geschickt auf den Parkplatz von Möbel-Höffner direkt an der A 1 gelegen, denn eine Pause  war dringend erforderlich. Nicht nur für WC-Benutzung, sondern in erster Linie für unser angekündigtes Frühstück - bestehend aus einem halben belegten Brötchen und Kaffee aus der Bordküche, die unser Fahrer Wolfgang Schmidt (der Chef persönlich) spendiert hat, bestand. Anschließend ging es nach Reinbek, einem kleinen, sehr schönen  Städtchen in der Nähe von Hamburg mit ca. 26.000 Einwohnern. Unser Besichtigungsziel war aber das Reinbeker Schloss. Frau Danger erzählte uns ausführlich über die Geschichte des Schlosses - heute im Besitz der Stadt Reinbek.
Das Schloß zu Reinbek wurde von 1572-1576 von Herzog Adolf I. von Schleswig-Holstein-Gottorf im Stil der niederländischen Renaissance als repräsentativer Bau in unmittelbarer Nachbarschaft zu den Hansestädten Hamburg, Lübeck und Lüneburg erbaut. 1647-1874 war es Sitz der herzoglichen bzw. königlich dänischen Amtmänner und des preußischen Landrates. Ende des 19. Jahrhunderts wurde es verkauft und unterschiedlich genutzt.
1977-1987 wurde es mustergültig restauriert und dient seither als Kultur- und Kommunikationszentrum für die Einwohner der Region.
Die Räume und Säle werden teilweise für repräsentative Veranstaltungen - wie auch für Hochzeiten genutzt. Eine herrliche Parkanlage mit großem Teich, teilweise exotischen Bäumen und schönen Laubengängen runden das Anwesen ab.

Danach ging es durch den Sachsenwald (70 qm groß) über Friedrichsruh (Sitz der vom Bismarcks), Aumühle, Kuddelwörde, Hamfelde zum Gut Basthorst von Enno Freiherr von Ruffin (ehem. Gatte von Vicky Leandros). Hier wurden wir mit einem Glas Prosecco empfangen und nahmen in dem ehemaligen Pferdestall unser Mittagessen ein.

Nun etwas Geschichtliches aus der neueren Zeit dem Internet entnommen:
Die Regentschaft der von Ruffin begann im Jahre 1944 unter den schrecklichen Bedingungen des zu Ende gehenden 2. Weltkrieges. Als Franz von Ruffin das Gut von seinem Onkel Joseph von Brusselle übernahm, waren dort mehr als 150 Flüchtlinge einquartiert. Mit hohem sozialen Verantwortungsbewußtsein siedelte er diese Familie dauerhaft in die Dorfkultur ein. Erst nach und nach kam die Landwirtschaft wieder in Gang, die in dieser Zeit von der Getreide-Viehwirtschaft auf den reinen Anbau von Getreide, Raps und Zuckerrüben umgestellt wurde. Franz v. Ruffin lag vor allem das Gemeinwohl am Herzen; er nahm mit großer Umsicht seinen Sitz in der Gemeindevertretung und sein Amt als weltlicher Patron der St. Marienkirche wahr. Sein Nachfolger und heutiger Besitzer Enno von Ruffin trat in diese Pflichten ebenfalls ein und unterstützt seither als langjähriger Kirchenpatron und Gemeinderat die heutige Entwicklung des Dorfes mit leidenschaftlichem Engagement. Die Metamorphose des Gutsbetriebs in die moderne Zeit wurde durch die Familie v. Ruffin wesentlich geprägt und vorangetrieben.
Der Freiherr ist seinem Personal gegenüber sehr human. Es wird überwiegend gemeinsam in zwei Schichten zu Mittag gegessen. Typische Hausmannskost steht auf dem Speiseplan, woran der Hausherr fast regelmäßig dran teilnimmt. Also keine Chefallüren. Der Adoptivsohn (Vickys Kind aus erster Ehe) ist sehr tüchtig, flink und ist seinem  Vater sicher eine gute Stütze.

Anschließend ging es weiter nach Büttenwarder, wo die Aufnahmen von der Kultserie "Neues aus Büttenwarder" gedreht werden. Zunächst statteten wir dem Bauernhof von Kurt Brackelmann einen Besuch ab. Das Gelände des Hofes dürfte aber nicht betreten werden, sondern es gab nur die Möglichkeit von einem neben dem Grundstück verlaufenen Landschaftsweg einen Blick auf das Haus zu erhaschen. Der alte Bauer möchte nicht durch die vielen Neugierigen gestört werden. Dann ging es weiter nach Grönwohld, zu der  zur Serie gehörenden Kneipe "Gasthof zur alten Linde". Hier erhielten  wir einen Schnaps, wie es bei einem Kneipenbesuch üblich ist. Übrigens beide - weder der Bauer Brackelmann noch die Gasthofswirtin dürfen an ihren Gebäuden irgendwelche Veränderungen vornehmen, solange noch weitere Folgen der Kultserie dort gedreht werden. Die Wirtin hat zwar zwischenzeitlich die Genehmigung erhalten, neue Gardinen aufzuhängen. Ist aber verpflichtet die alten bei Dreharbeiten wieder dran zumachen, obwohl sie bald gänzlich auseinander fallen. Übrigens der Ortsname Büttenwarder ist ein reiner Fantasiename für die Fernsehserie.
Zum Abschluß des Tages ging es nach Lütjensee, wo uns im Forsthaus Seebergen unser obligatorisches  Kaffeegedeck erwartete.
Über Bargteheide, wo uns die beiden Damen wieder verließen, ging es zurück nach Kaltenkirchen. Damit war wieder ein interessanter und informativer Tag zu Ende.
Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen
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