Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Nordfriesland 14.3.2013

von Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e.V. war wieder einmal unterwegs. Um kurz nach 9.00 Uhr starteten wir bei kühlem, windigen Wetter, aber herrlichem Sonnenschein auf der A 7 Richtung Norden. An der Ausfahrt Schleswig/Schuby verließen wir die Autobahn und weiter ging es auf der Bundesstr. 201 in Richtung Husum. In Hattstedt stieg unser Reiseleiter – Boy Eriksen zu, der uns einen Teil seiner Heimat zeigen wollte. Er ist gelernter Landwirt, aber nunmehr seit über 20 Jahren als Reisebegleiter tätig. In Nordfriesland leben rund 180.000 Einwohner. In dieser Gegend befinden sich viele Köge. U.a. wurde einer der bekanntesten - der Sönke-Nissen-Koog – durchfahren. Viele Graugänse, die Paare leben ein Leben lang zusammen, sind sehr gefräßig und richten großen Schaden in der Landwirtschaft an. Ein besonderes Standbein der Wirtschaft bildet die Windkraftenergie, die teilweise gedrosselt werden muß, weil nicht genügend Weiterleitungsmöglichkeiten vorhanden sind.

Zum Mittagessen waren wir in der Gaststätte Bonsiel (Dat swarte Peerd) in Ockholm angemeldet.

Nachstehend die Geschichte der Gaststätte (dem Internet entnommen)
Der Bongsieler Krug ist nach dem Höker und Kröger Erich Gustaf Bong benannt der 1741 durch einen sogenannten "Stavenbrief" das Recht erhielt in dem Schleusenwärterhaus auch eine Krüge-rei zu betreiben. Vom Posten des Schleusenwärters konnte auch damals niemand leben. In der darauffolgenden Zeit wurde der Schleusenwärterposten mehrfach neu besetzt. 1903 wurde der Bongsieler Krug in seiner heutigen Form erbaut und neu zur Verpachtung ausgeschrieben. Den Zuschlag erhielt der aus Klintum stammende Lauritz Thamsen. Der Großvater des heutigen Wirtes Johannes "Hanni" Thamsen betrieb vorher in Niebüll ein Hotel und war dort für seine wohlschmeckende Küche bekannt. Durch die Übernahme einer Bürgschaft verlor er aber sein Vermögen und müßte sich nach etwas anderem umsehen. So bewarb sich Lauritz Thamsen für die Stelle auf Bongsiel als Schleusenwärter und Kröger.

Doch Ockholm lag weitab vom Verkehr und war noch wenig erschlossen. So mußte der Gastwirt sich etwas einfallen lassen um Gäste von nah und fern anzulocken. Allein von den Sitzungen der Deich- und Sielverbände konnte die Familie nicht existieren. Da lag es nahe die in den Sielzügen damals reichlich vorhandenen Aale zu verwerten. Sie galten auch damals schon als ausgesprochene Leckerbissen. Und so wurden unter der Devise "Aal Satt" besondere Abende im Winter veranstaltet, die für die engere und weitere Umgebung beliebte Abwechslung im Einerlei des Alltages boten. Auch heute noch ist unsere Gaststätte für die hausgemachten Aalspezialitäten, wie Räucheraal, Aal in Gelee oder den leckeren Brataal, bekannt. Die alle hierfür werden aber nicht mehr vor Ort gefangen, dafür reichen die Bestände nicht mehr aus.

Lauritz Thamsen war ein Freund von Geschichten und Späßen. Bekannt ist seine Erzählung "Dat swarte Peerd" die der Flensburger Kunstmaler Alex Eckner aufschrieb und mit eigenen Zeichnungen versah. Viele Künstler gingen in Bongsiel ein und aus. Davon zeugen heute viele Bilder Radierungen und Zeichnungen an den Wänden der beiden gemütlichen Gasträume. Maler wie Alex Eckner, Kalckreuth, Feddersen haben Motive aus dem Ockholmer Koog verewigt. Auch der Maler Emil Nolde verkehrte in Bongsiel und daher gehören auch drei Originale des expressionistischen Malers zu unserer kleinen Galerie.
Eine Aalspezialität (Räucheral, Spiegelei mit Bratkartoffeln) des Hauses konnten wir alle beim Mittagessen geniessen – ausreichend und sehr gut.

Nachdem guten Mittagessen haben sich einige Mitfahrer noch auf den naheliegenden Deich gewagt, doch der Wind war hier wieder viel zu stark.

Um 13.30 Uhr setzten wir die Fahrt fort. Zunächst  ging es Richtung Hauke-Haien-Koog (der Name stammt von einem Deichbauer)  zum Fährhafen Dagebüll. Es herrschte selbst in dieser Jahreszeit schon ein reger Fährverkehr zu den Inseln Föhr undHotel Arlau Schleuse Amrum.
Von Dagebüll wurde noch ein Abstecher zum kleinen Fährhafen von Schüttsiel unternommen. Wegen des zwar sonnigen, aber sehr windigen Wetters wind wir an beiden Fährhäfen nicht ausgestiegen.

Anschließend ging es in Hattstedtermarsch zum Restaurant und Hotel Arlau Schleuse in der Nähe von Husum am Weltkulturerbe Wattenmeer, wo bereits Kaffee und Kuchen bereit stand.  Oh – schon wieder essen, aber die Verlockung war einfach zu groß!!!
Es schmeckte allen vorzüglich. 

Dieses Haus zählt bei den Favoriten als Geheimtip, da sehr idyllisch und abseits gelegen.

Gegen 16.30 Uhr machten wir uns auf dem Heimweg.  In Hattstedt verließ uns unser Reisebegleiter Boy wieder, der uns viel Interessantes über seine Heimat erzählt und näher gebracht hat.
Unser Busfahrer Heiko hat uns sicher mit sehr ruhiger Fahrweise wieder nach Kaltenkirchen zurückgebracht. Damit endete ein sehr schöner Ausflug nach Nordfriesland.
Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen
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