Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Tagesausflug nach Hoopte am 14.03.2011

Bericht von Gisela Lehnert

Und schon wieder war der Gesprächskreis Ilex e.V. unterwegs. Wegen der guten Resonanz vom letzten Jahr wurde erneut Grube's Fischerhütte in Hoopte bei Winsen/Luhe zum Mittagessen ausgewählt.

Um 8:30 Uhr war Treffpunkt am Busparkplatz Holsten Therme. Alle 27 Mitfahrer waren pünktlich zur Stelle. Wegen eines Staus auf der A 7 ging es ganz gemütlich mit dem Bus über Henstedt-Ulzburg und Norderstedt nach Hamburg. Am Ochsenzoll übernahm der relativ neue Fahrer Stephan das Steuer von André Petereit, der dann, ohne auf den Verkehr zu achten, uns die Sehenswürdigkeiten von Hamburg erklären und zeigen konnte. Zunächst ging es Richtung Langenhorn, Fuhlsbüttel, Ohlsdorf, Barmbek, Uhlenhorst (Mundsburg) nach St. Georg. Die Lange Reihe hat noch etwas von Früher und bildet einen besonderen Anziehungspunkt in der jetzigen Zeit. Weiter führte uns die Fahrt vorbei an Deutschlands größter Sprechbühne Deutsches Schauspielhaus an der Kirchenallee gegenüber vom Hauptbahnhof, dann ging es über den Glockengießerwall, Neuer Jungfernstieg mit Hotel Vierjahreszeiten, Jungfernstieg an der kleinen Alster zum Rathaus. Hier erhielten wir interessante Informationen zu dem imposanten Bau. Doch auf die Einzelheiten gehe ich nicht näher ein, da wir bereits vor zwei Jahren eine Führung mitgemacht hatten. Wir setzten die Fahrt fort über Adolphsbrücke an der Börse vorbei, Alter Wall, Ludwig-Erhard-Straße zum Michel, Hamburgs Wahrzeichen. Hier wurde eine kleine Pause zum frische Luft schnuppern eingelegt. Wer Lust hatte, konnte auch einen Blick in die inzwischen schön restaurierte Kirche wagen. Anschließend setzten wir die Fahrt fort über Zeughausmarkt, vorbei am Bismarck-Denkmal und der Jugendherberge Am Stintfang, Bernhard-Nocht-Straße mit dem gleichnamigen Tropen-Institut, David-Straße, Reeperbahn, Große Freiheit, Holsten-Straße, Nobistor, Fischmarkt, Hafen-Straße, Kehrwiederspitze, Speicherstadt, Magellan-Terrassen, neue provisorische Überseebrücke, Sandtorkai. Danach ging es weiter in Richtung Altona. Über die Palmaille und weiter auf der Elbchaussee erreichten wir dann die Stadtteile Övelgönne und Othmarschen. Bis Neumühlen konnten wir auf beiden Straßenseiten die wunderschönen Häuser bewundern. Damit ging dann die ausgiebige Stadtrundfahrt zu Ende. Wir haben wieder viel Neues und Interessantes über Hamburg erfahren. Selbst ich als geborene Hamburgerin bin immer wieder erstaunt über das hervorragende Wissen, was ein Buten-Hamburger oder Zugereister über meine Heimatstadt zu berichten weiß.

In Othmarschen ging es auf die A 7 und dann problemlos durch den Elbtunnel. Ganz nebenbei erfuhren wir noch, dass sich nach dem Tunnel gleich die 4.250 m lange Elbmarschen Hochstraße anschließt. Der Neue Elbtunnel zählt bei einer Gesamtlänge von 3.325 Metern zu den längsten Unterwasserstraßen der Welt, dabei liegen 1.056 Meter direkt unter dem Flussbett und 2.813 Meter sind untertunnelt.

Auf der A 39 ging es dann weiter Richtung Winsen/Luhe. Gegen 12:00 Uhr erreichten wir dann Hoopte zu unserem Stint-Mittagessen. In Grube's Fischerhütte (1.000 m²), einer interessanten Mischung aus Skihütte, Oktoberfest und Sylt-Feeling waren wir angemeldet. Diese besondere Atmosphäre wollten wir uns nicht entgehen lassen. Außerdem interessierte uns die angebotene Fisch-Philosophie. Übrigens sitzt man auf rustikalen Holzbänken mit Lehnen und holt sich Essen und Getränke selbst.

An sechs Tagen der Woche steht Grube's Fischbüfett auf dem Programm. Für einen Festpreis kann man sich vor dem maritimen Vergnügen hemmungslos satt essen. Hinter riesigen Pfannen steht der Fischer persönlich und kümmert sich um die stets fangfrische Ware. Schollen, Lachse, Heringe und Fisch-Frikadellen werden gebraten, daneben massenweise Bratkartoffeln./p>

Im Erdgeschoss wurden noch feine Fisch-Leckereien zum Verkauf angeboten. Direkt hinter dem Tresen steht der Räucherofen, aus dem warm und frisch verkauft wird.

Im Frühjahr steht natürlich der Stint-Fang an erster Stelle. Elbfischer Wilhelm Grube und sein Bruder Werner fangen diesen Mini-Lachs, der neben anderen Elbfischen, wie Butt und Aal zur Gründung dieses besonderen Restaurants geführt hat.

Um 13:00 Uhr verließen wir die gastliche Stätte und fuhren weiter in Richtung Lüneburg. Unser nächstes Ziel war das Schiffshebewerk in Scharnebeck. Doch o Schreck, unterwegs Halt an einer Tankstelle.

Leider hatten wir eine Reifenpanne. Eines der rechten vorderen Zwillingsräder verlor Luft. Nun hieß es langsam weiterfahren. Unabhängig davon hat der Chef in Westerhorn sich sofort mit einem anderen Bus auf den Weg gemacht, damit unsere Reisegruppe hätte umsteigen können, falls ein Räderaustausch nicht möglich ist.

Doch nun zunächst etwas Technisches über das Schiffshebewerk in Scharnebeck, dem Internet entnommen.
Ein sehenswertes technisches Schauspiel ist dieses große Doppelsenkrechtschiffshebewerk, das moderne Frachtschiffe in eine Höhe von 38 Meter heben kann. Das Senkrechtschiffshebewerk wurde 1974 als das größte der Welt erbaut.

Nach Jahrzehnte langer Planung schufen Ingenieure in knapp 8-jähriger Bauzeit den Elbe-Seitenkanal und verwirklichten damit die Verbindung zwischen der Elbe (von Artlenburg abzweigend) und dem Mittellandkanal (bei Wolfsburg einmündend)./p>

Hierbei müssen 61 Meter überwunden werden, 23 m werden von einer Schleuse bei Uelzen überbrückt, die restlichen 38 Meter vom Schiffshebewerk in Scharnebeck. Die 115,2 Kilometer lange und 53 Meter breite Wasserstraße wurde am 15. Juni 1976 in Betrieb genommen. Die Baukosten des gesamten Kanals betrugen 1,7 Milliarden DM, davon kostete allein der Bau des Schiffshebewerkes 152 Mio. DM.

Das erste Schiff passierte mit der Teilfreigabe des Kanals zwischen der Elbe und dem Hafen Lüneburg am 5. Dezember 1975 das Schiffshebewerk.

Dammbruch des Elbe-Seitenkanals

Der Elbe-Seitenkanal wurde nach achtjähriger Bauzeit am 15.06.1976 für die Binnenschifffahrt freigegeben. Am 18.07.1976, aber nach nur 33 Tagen Betrieb musste der Kanal allerdings wieder für die Schifffahrt gesperrt werden wegen eines Dammbruches in der Gemeinde Adendorf im Ortsteil Erbstorf. Der Kanal brach an einer Unterführung und über 5 Millionen Kubikmeter Wasser überfluteten das Umland. Nach Behebung des Schadens und Durchführung zusätzlicher Sicherungsmaßnahmen an Einzelbauwerken wurde der Kanal am 24.06.1977 wieder in Betrieb genommen.

Besucher

Mehr als 500.000 Gäste kommen jedes Jahr, um zu sehen, wie in zwei riesigen Wassertrögen Fracht- und Sportschiffe auf ihrem Weg durch den Elbe-Seiten-Kanal über die Stufe zwischen Elbmarsch und Geest gehoben werden. Das Gewicht jedes Troges beträgt 5.800 Tonnen. Um Energie zu sparen, dienen 224 Betonscheiben, jede mit einem Gewicht von 26,5 Tonnen an 54 mm dicken Stahlseilen hängend, als Gegengewichte. Die Tröge werden durch vier gleichgeschaltete Elektromotoren angetrieben, die die Kraft mittels Zahnstangenantrieb übertragen. Für die Durchfahrt benötigt ein Schiff 15 Minuten. Mehr Informationen über dieses gigantische Bauwerk und andere wassertechnische Meisterwerke findet man in dem Ausstellungspavillon gleich neben dem Hebewerk, u.a. können am beweglichen Großmodell des Schiffshebewerkes Lüneburg die einzelnen Ablaufphasen des Hebewerksbetriebes, wie Öffnen und Schließen der Trog- und Haltungsrohre sowie den Hebe- und Senkvorgang der Tröge beobachtet werden. Eine Führung durch die Betriebsanlage des Schiffshebewerkes ist leider nicht möglich.

Der Besucher hat jedoch die Möglichkeit, von 2 Besucherplattformen aus, die ganzjährig rund um die Uhr geöffnet sind, das Ein- und Auslaufen der Schiffe in die Hebewerksanlage hautnah zu erleben. Das Betreten der Besucherplattformen ist kostenlos.

Die Ausstellungshalle

Am Parkplatz des Schiffshebewerks wurden wir gleich von einem Mitarbeiter in Empfang genommen. Er führte uns in eine Ausstellungshalle mit Museum. Anhand einer originalgetreuen Mininachbildung wurde uns hier ausführlich die gesamte Technik erklärt. Eine interessante und empfehlenswerte Anlage. Einige von uns konnten noch von einer Besucherplattform in mittlerer Höhe das Original-Hebewerk in Aktion sehen./p>

Zum Parkplatz zurückgekehrt, fanden wir den Chef mit den beiden Fahrern noch beim Reifenwechsel.

Durch diese Panne verspätete sich die Weiterfahrt. Aber die drei ließen sich durch die vielen Zuschauer nicht aus der Ruhe bringen. Es war zwar etwas trübes und kühles Wetter, aber wenigstens trocken. Endlich war es geschafft. Der Bus war wieder fahrbereit. Einer Viertelstunde später erreichten wir um 16:30 Uhr den Landgasthof Karze in der Nähe von Bleckede, wo wir bereits erwartet wurden. Inzwischen schmeckten uns auch schon wieder Kaffee und Kuchen. Nach gut einer Stunde Aufenthalt ging es problemlos über die Autobahn wieder zurück nach Kaltenkirchen.

Damit endete ein schöner und interessanter Tagesauflug mit einem kulinarischen Hochgenuss.

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