Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Tagesfahrt nach Eckernförde und Kappeln am 16.04.2012

von Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e.V. wollte unserem schönen Schleswig-Holstein mal wieder einen Besuch abstatten. Um 9:00 Uhr war mit über 40 Personen Start am Busparkplatz an der Holstentherme.

Zunächst ging es auf der A 7 in Richtung Norden. Im weiteren Verlauf der Fahrt ging es nach Verlassen der A 7 auf einer landschaftlich wunderschönen Straße zunächst in den Landkreis Schwansen. In dem Ort Rieseby (liegt im Dreieck Schleswig, Eckernförde und Kappeln) besuchten wir die als Heimatmuseum umgebaute Mühle Anna und die dazu gehörenden Gebäude.

Zuvor nach etwas aus der Chronik der Mühle
Die Mühle Anna wurde 1911 erbaut, nachdem die Vorgängerin 1910 einem Feuer zum Opfer fiel. Ana bildet als Mühle in vieler Hinsicht eine Besonderheit: zum einen, weil sie direkt an das villenartige Haus des Müllers gebaut wurde und zum anderen, weil auf dem dreigeschossigen Unterbau ein Teil einer anderen Mühle gebaut wurde.

Ab dem Galerieumlauf (Zwickstell) stammt ihr Aufbau ursprünglich von der Mühle Anna aus Westerhever (Baujahr 1786). Mit der Kraft ihrer Flügel trieb Anna über viele Jahrzehnte vier Mahlgänge an. Dann wurde die Mühle verkauft und es folgte eine bittere Zeit. Als die Gemeinde 1994 die Mühle Anna aufkaufte, war sie in denkbar schlechtem Zustand. Dann genehmigte man dem Arbeitskreis für Riesebyer Heimatgeschichte in den Mauern der Mühle ein eigenes Museum einzurichten.

Nach drei Jahren fleißiger Arbeit konnte dann endlich 1997 das Heimatmuseum eröffnet werden. Die Mühle Anna besitzt über 2.000 Exponate aus verschiedenen Epochen u.a. Fundstücke aus Stein-, Bronze- und Eisenzeit, die in mehreren Gebäuden untergebracht sind.

Zum Museum gehören neben der Mühle auch die Alte Sägerei sowie eine Remise und ein Göpelschuppen. Außerdem wurde im Eingangsbereich ein Trauzimmer mit antiquarischen Möbeln eingerichtet.

Es wird heute betreut von dem Verein für Museums- und Chronikarbeit in Rieseby e.V. Damit das Museum der Nachwelt erhalten bleibt, erfordert das für den Verein eine intensive Pflege.

Bei einem fachkundig geführten Rundgang erhielten wir interessante nähere Einzelheiten über den Bau. Viele der Exponate konnten wir in Augenschein nehmen. Der gut einstündige Abstecher in die frühere Zeit war wohl für alle Mitfahrer eine nette Abwechslung.

Anschließend fuhren wir zum Mittagessen nach Eckernförde, wo wir im Altstadt-Restaurant Fischdeel schon erwartetet wurden. Trotz Ruhetag wurden wir mit schmackhaftem Essen verwöhnt - Fisch war angesagt.

Um 13:45 Uhr verließen wir dann die kulinarische Stätte in Eckernförde wieder. An der Eckernförder Bucht ging es teilweise mit Ostseeblick weiter nach Richtung Damp und dann nach Kappeln an der Schlei. Über die 207 Meter quer über Schlei verlaufende Klappbrücke (sie feiert in diesem Jahr zehnjähriges Bestehen) erreichten wir das Hafengebiet. Dort wartete bereits das Raddampfer Schlei Princess. Übrigens war unsere Gruppe die einzigen Gäste an Bord. Wir schipperten ganz gemütlich gut zwei Stunden auf der Schlei in Richtung Ostsee. Während der Fahrt erhielten wir an Bord dann auch noch das obligatorische Kaffeegedeck. Es gehört eigentlich bei jedem Ausflug dazu. Während eines Halts an der Lotseninsel Schleimünde bestand die Möglichkeit für einen knapp halbstündigen Landgang, den viele unserer Mitfahrer nutzten.

Wieder zurück in Kappeln wurden wir von unserem Busfahrer Wolfgang Schmidt wieder in Empfang genommen. Nach einem kurzen Stop an einem Fischladen ging es zurück in heimatliche Gefilde. Gegen 19:00 Uhr war Kaltenkirchen erreicht.

     

Nachstehend ein Bericht aus dem Internet:
Herrenhaus erfolgreich instand gesetzt
Kletkamp - Bertram Graf von Brockdorff und seine Frau Renata mögen jetzt wieder gerne Gäste durch ihr schmuckes Domizil führen. Nach fünfeinhalb Jahren sind im Herrenhaus auf Gut Kletkamp die aufwendigen Instandsetzungsarbeiten beendet worden, die gestern in Eckernförde mit dem Denkmalpflegepreis 2004 belohnt wurden.

Peter Braune
Die Entscheidung, das teure und zunächst ausschließlich mit privaten Mitteln finanzierte Sanierungsvorhaben des Familiengebäudes aus dem Jahr 1557 überhaupt anzupacken, sei wohl die schwerste in ihrem Leben gewesen, betonte Graf Brockdorff. Letztlich sei es darum gegangen, die im Kern aus Fachwerkkonstruktion errichtete Substanz langfristig dem Verfall preiszugeben oder für künftige Generationen zu erhalten. Wir sind froh, uns damals positiv entschieden zu haben. Aber heute würde der Gutshof die finanzielle Belastung wohl nicht mehr abwerfen. Dass die Brockdorffs letztlich knapp die Hälfte der Gesamtkosten als Zuschüsse erhalten haben, verdanken sie einer dramatischen Entdeckung: Nachdem sie bereits selbst die Fenster erneuert, das Dach gedeckt und (mit Hilfe einer ABM-Kraft) den durch einen Brand zerstörten Giebelturm erneuert hatten, wurde 2000 bei Innenarbeiten Schwamm auf einer Fläche von 800 Quadratmetern entdeckt. An der Rettung des Herrenhauses, das als ältestes in Schleswig-Holstein gilt, beteiligten sich innerhalb kürzester Zeit mehrere Partner: Das Landesamt für Denkmalpflege, die Deutsche Stiftung Denkmalschutz, die Stiftung Schleswig-Holsteinische Landschaft, das Innenministerium mit Lotto- und Toto-Mitteln, sowie jetzt die Stiftung Kulturdenkmale des Sparkassen- und Giroverbandes mit dem ersten Preis des Denkmalpflegewettbewerbes. An Einzelheiten während der Bauphase in dem Gebäude, dessen dekorativer Speisesaal auch künftig halböffentlich von Vereinen für Veranstaltungen genutzt werden kann, mag Renata Gräfin von Brockdorff gar nicht gerne zurückdenken: Ab der 1. Etage war alles entkernt und gab den Blick frei bis zum Dach. Nach einer Besichtigung bekam ich spontan mitleidige Worte der Besucherinnen zu hören. Besonders froh sei sie darüber, dass wertvolle Deckenmalereien aus der Zeit um 1620 restauriert werden konnten. Eine war unter einer Stuckdecke verborgen gewesen. Während der Bauarbeiten zeigte sich, dass bis zu zehn Meter lange Eichenbalken von außen durch die Fenster balanciert und Eimer mit Material von Hand nach oben gezogen werden mussten. Teilweise hatten die Außenwände keine Verbindung mehr mit den tragenden Balken, so dass irgendwann das nur noch als Deckel aufgesetzte Dach nach unten gedrückt worden wäre. In den 80er Jahren waren die oberen Etagen des Herrenhauses als Ferienwohnungen vermietet gewesen. Wegen des Rückganges der Gästezahlen hatte sich die sechsköpfige Familie Brockdorff dazu entschlossen, selbst wieder einzuziehen. Ein Teil der Räume oben ist jetzt dauerhaft vermietet, die übrigen Zimmer sind weiterhin für Gäste reserviert.

Von der großen Empfangshalle wurden wir in das Arbeitszimmer mit der wiederhergestellten Deckenmalerei geführt. Anschließend konnten wir uns im großen, in weiß gehaltenen Speisesaal an selbstgebackenen leckeren Kuchen und Kaffee erfreuen. Zur Unterhaltung hat die Gastgeberin noch einige Anekdoten aus ihrem Leben und dem ihrer vier Kinder (ein Mädchen und drei Jungs) erzählt.

Nach dieser gemütlichen Atmosphäre im Hause der Grafen Familie Brockdorff hieß es für uns Abschied nehmen. Über Lütjenburg ging es wieder zurück und wir erreichten ohne Staus gegen 18:00 Uhr Kaltenkirchen.

Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen
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