Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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Reise nach Masuren vom 19. bis 27. Mai 2010

Bericht von Gisela Lehnert

Wieder einmal hatte den Gesprächskreis Ilex e.V. Kaltenkirchen das Fernweh gepackt.

Nach über einem Jahr Vorbereitungszeit war es endlich am 19.05.2010 soweit. Die Reise in das Wunderland Masuren, das Land der tausend Seen konnte beginnen. Nachdem alle Mitreisenden mit Zubringerbussen zum Sammelplatz am Busparkplatz an der Holsten Therme eingetroffen waren, starten wir kurz nach 7:00 Uhr. Doch bevor es richtig losging, wurde erst einmal unser 5***** Sterne-Luxus-Bus mit nur 32 Sitzplätzen und viel Beinfreiheit richtig inspiziert. Für alle Mitreisenden war das natürlich ein besonderes Erlebnis.

Unsere Fahrt führte uns zunächst Richtung Lübeck, dann weiter auf der A 20 durch Mecklenburg-Vorpommern. An der Raststätte "Fuchsbau" wurde die Frühstückspause eingelegt. Mit belegten Brötchen und Kaffee aus der Bordküche, für den unserer Fahrer Peter Brehmer schon gesorgt hatte, und zur Einstimmung auf eine gute gemeinsame Zeit gab es dazu noch ein Fläschchen Sekt.
Nach gut einer ½ Stunde setzten wir die Fahrt fort. Gegen 12:30 Uhr wechselten wir zur A 11 in Richtung Stettin. An dem Grenzübergang Pomellen machten wir von kurz vor 13:00 Uhr bis 13:30 Uhr unsere Mittagspause mit Würstchen aus Bordküche.

Weiter ging es mit unserem polnischen Reiseleiter Pawel, der sich in Stettin zu uns gesellte und uns während des ganzen Aufenthaltes begleitete. Es folgte eine kleine Stadtrundfahrt, wodurch wir noch einige Sehenswürdigkeiten sehen konnten. Am späten Nachmittag erreichten wir zur Zwischenübernachtung die kreisfreie Stadt Köslin in Pommern.

Der nächste Tag führte uns u.a. durch die Kaschubei. Es leben in dem Gebiet noch ca. 300.000 Kaschuben, ein besonderer eigenständiger Volksstamm, der als fleißig, aber auch als geizig gilt.

Masuren Masuren Masuren Masuren Masuren
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Um die Mittagszeit erreichten wir die Stadt Marienburg am Nogat. Vom Flußufer genossen wir den Blick bei herrlichem Wetter auf eine der größten mittelalterlichen Festungen in Europa und den größten Backsteinbau der Welt.

Anschließend ging es weiter nach Elbing. Der erste Höhepunkt unserer Reise war erreicht. Kurz hinter Elbing schifften wir uns zu einer erlebnisreichen Fahrt auf den Oberländischen Kanal ein. Der Kanal zählt in technischer Hinsicht zu den interessantesten Schiffahrtsrouten in Europa. Er verfügt noch heute über funktionierende sogenannte geneigte Ebenen, Sicherheitstore und sonstige technische Einrichtungen. Gegen Abend erreichten wir die Stadt Allenstein zur Zwischenübernachtung.

Der 3. Tag führte uns über Johannisburg und Niedersee in das größte Waldgebiet der Masuren, in die Johannisburger Heide. Ein Paradies bildet dieses Gebiet mit der Krutinna, dem wohl schönsten Fluß Ostpreußens. Ein besonderes Erlebnis für uns war die gestakte Kahnfahrt auf dem Flüßchen bei herrlichem Sonnenschein. Nach einem rustikalen Mittagessen wurde eine Kutschfahrt durch die nähere Umgebung gemacht, die mit einem Besuch des Pferdegestüts endete. Gegen Abend checkten wir in unser Hotel in Nikolaiken ein, wo für 5 Nächte unsere Zimmer reserviert waren.

Der nächste Tag war der lebhaften Kreisstadt Lötzen mit ca. 30.000 Einwohnern gewidmet. Die Fahrt führte durch alte Baumalleen und kleine idyllische kleine Dörfer und überall tauchten herrlich gelegene Seen auf. Hier scheint die Zeit still zu stehen. Masuren ist der krasse Gegensatz zu unserer hochtechnisierten und hektischen Welt. Die Stadt Lötzen konnten wir auf eigene Faust erkunden. Einige unserer Mitfahrer besuchten die Feste Boyen. Andere zog es zum Wasserturm, dessen Aussichtsplattform bei Superwetter eine fantastische Sicht über die Stadt und dem großen See bot. Auch der evangelischen Stadtkirche wurde noch ein Besuch abgestattet. Um die Mittagszeit unternahmen wir eine einstündige Rundfahrt auf dem Kissain- und Löwentin-See, die durch den Lötzener Kanal miteinander verbunden sind. Am frühen Nachmittag folgten wir einer Einladung der deutschen Minderheit in Lötzen zu einem Gedankenaustausch.

Leider fiel der geplante Grillabend einem heftigen Gewitter mit fast Dauerregen zum Opfer. Das Grillgut wurde uns dadurch im Haus serviert. Der Abend endete dann mit netter Unterhaltung durch eine Folkloregruppe.

Am Pfingstsonntag wurde wieder eine Bootsfahrt unternommen, da unser Busfahrer seinen Ruhetag hatte. Dieses Mal war Start direkt am Hotel-Anleger. Es folgte eine fast 2-stündige Rundfahrt auf dem großen Spirding See, wieder bei strahlend blauem Himmel. Anschließend wurde noch ein Rundgang durch den Ferienort Nikolaiken unternommen mit einem Bummel an der Uferpromenade.
Ab 15:00 Uhr stand der Nachmittag zur freien Verfügung, den die meisten der Gäste auf der Veranda mit Plauschen verbrachten.

Der Pfingstmontag führte uns in die Stadt Lyck am gleichnamigen See (mit 51 m tiefster See), wo eine historische Schmalspurbahn uns an den östlichen Rand der Masurischen Seenplatte brachte. Die Route der kleinen Bahn schlängelt sich an vielen sauberen Seen vorbei. Diese wunderbare Endmoränenlandschaft wird Buckelmasuren genannt. Es ist eine der letzten Regionen mit unberührter Natur und ist von außerordentlichem landschaftlichem Wert. Sie gilt auch als grüne Lunge Polens. An der Endstation der Bahn in Sypitki wurden wir vom Grillmeister mit Grillwurst, die wir am langen Stock aufgespießt selbst über Feuer grillen konnten. Danach, wie konnte es anders sein, gab es zur Verdauung polnischen Wodka. Diese Gegend kann auf eine bewegte Vergangenheit zurückblicken. Durch die ehemalige Grenzsituation fanden im Laufe der Jahrhunderte zahlreiche Auseinandersetzungen zwischen Völkern und Glaubensrichtungen statt. Mit der mit Dampf angetriebenen Lokomotive fuhr das Bähnle wieder zurück nach Lyck. Auf der Rückfahrt legten wir noch einen Halt an einem deutschen Soldatenfriedhof ein, wo über 7.000 Tote begraben sind. Je näher wir wieder Nikolaiken kamen, je schlechter wurde das Wetter.

Am 7. Tag unternahmen wir eine Fahrt von Nikolaiken in nordwestlicher Richtung nach Sensburg, eine Stadt mit gegenwärtig 23.000 Einwohnern, die malerisch zwischen Schoß- und Juno-See liegt. Die Gründung geht auf das Jahr 1348 zurück. Die Stadt ist glücklicherweise, nicht wie andere masurische Städte 1945 ein Opfer der Zerstörung geworden. Viele Einwohner waren vor Ort geblieben, um sie vor einer Feuersbrunst zu bewahren. Eine besondere Aufmerksamkeit verdient das aus den frühen 19. Jahrhundert stammende Rathaus, in dem sich jetzt ein Museum befindet. Weitere Sehenswürdigkeiten sind noch zwei Gotteshäuser, sowie des Landratsamtes aus dem frühen 20. Jahrhundert.
Nach einem kleinen Stadtbummel besuchten wir in Kleinort die Försterei, das Geburtshaus des bekannten ostpreußischen Schriftstellers Ernst Wiechert. Viele Gegenstände und Möbel sind zur Besichtigung ausgestellt.

Anschließend statteten wir dem Ehepaar Dickti in dem kleinen Ort Sadry b. Sendburg einen Besuch ab. Die lebensfrohe Gastgeberin Christel ist bekannt durch ihren herrlich schmeckenden Streuselkuchen. Bei Kaffee und Kuchen berichtete sie in unnachahmlicher Art vom damaligen und heutigen Leben. Neben einem Pensionsbetrieb haben sie sich im Laufe der Jahre ein kleines ostpreußisches Volksmuseum im ehemaligen Haus der Schwiegereltern aufgebaut. Über Peitschendorf ging es zurück nach Nikolaiken. Nach dem gemeinsamen Essen klang der letzte Tag in Nikolaiken mit Klönen und gemütlichen Zusammensein, sowie natürlich Kofferpacken aus.

Der 8. Tag führte uns nochmals zu einer kleinen Stadtführung nach Allenstein in die Hauptstadt des Ermlandes. Während der Erschließung des oberen Allegebietes, entstand in einer Schleife der Alle eine Siedlung, die 1348 in Verbindung mit dem Burgbau erstmals erwähnt wurde und am 31. Oktober 1353 vom ermländischen Domkapitel die Gründungsurkunde als Stadt Allenstein erhielt. Eine Führung zur Burg und zum Dom gehört unbedingt zu einem Muß beim Besuch der Stadt Allenstein.

Unsere Fahrt setzen wir nach dieser kurzen Stadtbesichtigung in Richtung Westen fort. Unser nächstes Ziel war die in Westpreußen liegende Stadt Thorn an der Weichsel mit 230.000 Einwohnern, die im Jahre 1233 durch den deutschen Orden gegründet wurde. Auch hier erfolgte noch eine Stadtführung. Leider konnten wir aufgrund des Hochwassers den Busparkplatz am Weichselufer nicht benutzen. Während der Führung kamen wir u.a. zum Dom (Johannis-Kirche), zum Altstadt-Markt mit dem Altstädtischen Rathaus, dem Artushof und dem riesigen Backsteinbau der Post. Und überall tauchten Statuen und Denkmäler vom größten Sohn der Stadt Nikolaus Kopernikus auf, der hier am 19. Februar 1473 geboren wurde.

Um 15:00 Uhr ging es weiter zur Zwischenübernachtung nach Posen, wo wir am späten Nachmittag in unserem angemeldeten Hotel eincheckten.

Am letzten Tag unserer Rundreise hieß es Abschiednehmen von dieser einzigartigen Landschaft mit den vielen Störchen und von unserem netten Reiseleiter Pawel. Von Posen ging es Richtung Frankfurt/Oder und Berlin. Wohlbehalten und mit vielen neuen Eindrücken erreichten wir Kaltenkirchen gegen 18:00 Uhr.

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