Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

www.ilex-kaltenkirchen.de                      

9-Tage-Reise nach Ost- und Westpreußen vom 10.05. bis 18.05.2012

Aufzeichnung von Gisela Lehnert

Der Gesprächskreis Ilex e.V hat wieder einmal eine Busfahrt in die ehemaligen deutschen Ostgebiete unternommen.
Nach dem Start in Kaltenkirchen um 7:00 Uhr ging es zügig in Richtung A 20. An einem Rastplatz wurden die Mitreisenden mit einem guten Frühstück verwöhnt. Unsere Busfahrerin Angela Schuster hatte dazu auch den Kaffee parat. In schneller Fahrt ging es an Wismar und Rostock vorbei. Auf der A 11 ging es zum Grenzübergang Pomellen - keine Probleme. Kurze Zeit später war Mittagspause bis 14:15 Uhr. Hinter Stettin ging es weiter durch herrlichen Laubwald über Kalisz Pomorski (Partnerstadt von Kaltenkirchen) und unseren ersten Übernachtungsort Pila/Schneidemühl erreichten wir gegen 17:30 Uhr.

Am nächsten Tag ging es weiter Richtung Osten mit überwiegend schlechten Straßenverhältnissen über Bydgoszcz/Bromberg, Malbork/Marienburg, Elbing zur polnisch/russischen Grenze Mamonovo/Heiligenbeil. An der Grenzstation fast zwei Stunden Aufenthalt wegen umfangreicher Einreiseformalitäten. Gegen 16:00 Uhr konnten wir endlich unsere Fahrt fortsetzen. Hinter dem obligatorischen Streifen Niemandsland erwartete uns in der russischen Enklave Kaliningrad/Königsberg bereits sehnsüchtig unsere für das Gebiet zugeteilte Reiseleiterin Maja. 45 km bis Königsberg lagen noch vor uns. Für eine richtige Stadtrundfahrt fehlte leider die Zeit (verschoben auf en nächsten Tag). Da es in unserem Übernachtungsort keine Wechselstuben gibt, ergab sich diese Möglichkeit im gut restaurierten Hauptbahnhof. Danach ging es dann in Richtung Ostseeküste auf einer hervorragend ausgebauten doppelspurigen Schnellstraße (auf Initiative von Putin, damit er seine Datscha vom Flughafen aus schnell erreichen kann) und in dem bekannten Badeort Swetlogorsk/Rauschen waren im Hotel Russ die Zimmer für uns bestellt. Ein ansprechendes Haus für 3 Nächte. Abendessen nach russischer Zeit um 20:30 Uhr.

Der nächste Tag führte uns zunächst wieder nach Königsberg zur umfangreichen Besichtigungsfahrt. Leider lässt sich heute nur noch die einstige Bedeutung der Stadt erahnen, wenn auch einige Baudenkmäler restauriert und instandgesetzt wurden. Hervorzuheben seien das ehrwürdige Postamt, der Hauptbahnhof, das Brandenburger und Friedländer Tor, die katholische Pfarrkirche und natürlich der Dom mit der Grabstätte von Emanuel Kant, sowie das Bernsteinmuseum. Die beiden letzten historischen Stätten konnten wir bei einem Besuch in Augenschein nehmen.
Anschließend ging es dann in Richtung Kurische Nehrung. Den einst mondänen Badeort Selenogradsk/Cranz haben wir aus Zeitgründen nur durchfahren. Ein Teil des historischen Stadtkerns konnte man vom Bus gut sehen. Der beliebte Kurort in dieser Region entwickelt sich allmählich wieder zu einem Touristenmagnet. Besichtigt wurde der Fischerort Lesnoe/Sarkau und die Vogelwarte in Rybach/Rositten, die immer wieder interessant ist.

Weiter war noch die Hohe Düne eines unserer Besichtigungsziele. Über eine gut begehbare Holzbohlentreppe war die Höhe bestens erreichbar und gewährte uns einen herrlichen Blick über die bekannte Wanderdüne. Nach über einer Stunde Aufenthalt ging es auf einer erst vor 2 Monaten in Betrieb genommenen Schnellstraße zwischen Cranz und Rauschen wieder zurück ins Hotel.

Die Muttertagsfahrt führte uns auf einer äußerst schlechten Straße zunächst nach Jantarny/Palmnicken. 90% aller Bernsteinvorkommen der Welt lagern hier. Am Informationszentrum bestand die Möglichkeit zum Bernsteinschürfen. Viele von unseren Mitreisenden nutzten die Gelegenheiten und waren sogar erfolgreich. Bei herrlichem Sonnenschein, aber kühlem Wetter ging es weiter nach Primorsk/Fischhausen, wo wir einen Soldatenfriedhof besuchten. Anschließend war Baltijsk/Pillau - der einzige eisfreie Ostseehafen der Roten Armee, der noch lange Zeit Sperrgebiet war - unser Ziel. Einige Schiffe der Kriegsmarine lagen noch vor Anker. Auch der imposante Leuchtturm stand in unmittelbarer Nähe. Nach einem Mittagsimbiss wieder aus der Bordküche war fast 2 Stunden Freizeit angesagt - für viele ein Anreiz für einen Bummel an der Ostsee. Die Gegend ist leider noch kaum touristisch erschlossen. Um 15:00 Uhr starteten wir zurück nach Rauschen.

Wer noch nicht genug frische Luft getankt hatte, konnte es in Rauschen auf der wunderschönen Strandpromenade weiter tun. Hier merkt man schon eine wesentlich bessere Infrastruktur. Alles schön sauber und ansprechend.

Am 5. Tag unserer Reise hieß es wieder Abschiednehmen. Über Königsberg ging es zurück zum Grenzübergang nach Heiligenbeil, wo wir uns auch von der netten und kompetenten Reisebegleiterin Maja verabschieden mussten. Die Grenzformalitäten dauerten diesmal nur eine knappe Stunde. Über die Stadt Elbork/Elbing erreichten wir dann Frombork/Frauenburg. Am Dom, der von der Domburg umgeben und deren nordwestlicher Turm nach Nicolaus Kopernikus genannt ist, wurden wir bereits von unserer polnischen Reisebegleitung Eugen empfangen. Die Burg- und Domführung erfolgte von einem Burgangestellten.

Bei der Führung erhielten wir viele interessante Informationen - nicht nur über die Burg und den Dom, sondern auch über den berühmten Astronom Nicolaus Kopernikus, der von 1473-1543 hier lebte und arbeitete. Nach seinem Tod wurde er im Dom beigesetzt. Bevor wir die Fahrt fortsetzten, nahmen einige Mitreisende einen kleinen Mittagsimbiss in einem urigen Restaurant ein.
Unser nächstes Ziel war das kleine beschauliche Fischerdorf Krynica Morska, das wir bei einem Rundgang näher in Augenschein nehmen konnten. Den Abschluß des Tages bildete dann die Fahrt nach Gdansk/Danzig, wo für 2 Nächte im modernen 18-stöckigen Hotel Mercure Hevelius die Zimmer reserviert waren.

Der nächste Tag führte uns zu dem inzwischen eingemeindeten Stadtteil Sopot/Zoppot, direkt an der Danziger Bucht gelegen. Zoppot wurde Mitte des 19. Jahrhunderts als nobles Seebad gegründet. Bei der Rundfahrt konnten wir noch die zahlreichen teilweise hervorragend restaurierten Jugendstilvillen bewundern. Dazu konnten wir bei einem Spaziergang das berühmte Grandhotel und die größte Sehenswürdigkeit - die Mole, die komplett aus Holz errichtet und ca. 500 m in die Ostsee reicht, begutachten. Viele unserer Mitreisenden ließen es sich nehmen, die Seebrücke (eintrittspflichtig) selbst zu begehen - vor allem bei herrlichem Sonnenschein.

Um 11:00 Uhr zurück nach Danzig zur traditionellen Stadtrundfahrt und -Besichtigung der Altstadt unter kompetenter Führung. Danzigs Altstadt bietet auf Schritt und Tritt Geschichte pur. Wir wurden auf dem Königsweg geführt, der vom Hohen Tor auf dem Langen Markt mit dem Artushof, Neptunbrunnen und Rathaus führt. Natürlich wurden auch die Lange Gasse und das Krantor bei unserem Rundgang miteingeschlossen. Ein Meisterwerk der Restauratoren bildet die Marienkirche, das größte Gotteshaus Polens. Zu allen Sehenswürdigkeiten erhielten wir umfangreiche Informationen. Nach diesem Rundgang war Freizeit angesagt, die individuell gestaltet werden konnte. In kleinen Gruppen wurde die Altstadt dann nochmals inspiziert, denn die vielen netten Bernstein-Artikel in den Auslagen der Geschäfte und offenen Verkaufsständen lockten immer wieder zum Kauf an, den einige von unseren Mitreisenden nicht widerstehen konnten.

Am 7. Tag verließen wir Danzig und es ging über Sopot/Zoppot nach Gdynia/Gdingen-Hafen, um noch einen Ausflug mit einem Schiff zur Halbinsel Hel, die nur 35 km lang ist, zu unternehmen. Bei wieder schönem, aber kühlem Wetter haben sich viele unserer Mitreisenden die 1¼-stündige Fahrt überwiegend auf dem Oberdeck aufhalten. Nach Ankunft im Hafen des kleinen Fischerortes Hel erfolgte ein Spaziergang auf der Uferstraße, die fast ausschließlich nur aus den verschiedensten Fischrestaurants bestand. Gegen 14:30 Uhr verließen wir Hel mit dem Bus und in Jastrzabio Gora/Habichtsberg im Sporthotel Astor war unser Nachtquartier reserviert. Der Ort liegt sehr schön oberhalb einer Ostsee-Steilküste mit einer waldreichen Umgebung. Einige unserer Mitreisenden haben den Ort und die Steilküste noch erkundet. Mit einem Abendessen und anschließendem Baraufenthalt endete auch dieser Tag.

Auf dem Weg nach Stettin durch Kaschuben-Gebiet wurde das Schlösschen der Familie Krockow, das heute eine Stiftung Europäische Begegnung - Kaschubisches Kulturzentrum Krockow (Stiftung für deutsch-polnische Zusammenarbeit) darstellt. Nach der Besichtigung ging es weiter nach Leba direkt im Slowinsbki Nationalpark. Hier wurden wir in einer ca. 20-minütigen Fahrt mit Elektrowagen zu den riesigen Wanderdünnen gebracht. Wer wollte, konnte noch die Dünen erklimmen. Ein besonderes Abenteuer, das sich aber als ganz schön anstrengend erwies. Aber die es geschafft haben, wurden mit einem herrlichen Blick über die Ostsee belohnt. Unsere Fahrerin hatte zwischenzeitlich wieder den Mittagsimbiss aus der Bordküche vorbereitet.

Nach diesem letzten Höhepunkt ging es über Koszalin und mehreren kleinen bekannten Orten und noch einer Kaffeepause Stettin entgegen. Im Hotel Raddison waren für uns für die letzte Nacht unserer Reise die Zimmer reserviert.

Am 18. Mai starteten wir in Stettin die Rückreise auf direktem Weg zur Grenze (Grenzübergang problemlos). Auf der A 20 kamen wir gut voran - kleine Pause bei Greifswald und Mittagsrast in der Raststätte Fuchsberg. Nach rund 2.500 km kamen wir kurz nach 15:00 Uhr wohlbehalten in Kaltenkirchen an. Damit war wiederum eine informative und interessante Reise zu Ende.

Gesprächskreis Ilex e. V. · Bürgerhaus · 24568 Kaltenkirchen
c./o Marion Schildt · Bachstraße 37 · 24568 Kaltenkirchen · 04191 1789