Gesprächskreis Ilex e. V.

 

Gesprächskreis Ilex e. V.

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2-Tage-Reise nach Dithmarschen vom 18.10. bis 19.10.2013

Aufzeichnung von Gisela Lehnert


Der Gesprächskreis Ilex  e.V. hat sich in der Zeit vom 18. bis 19.10.2013  auf die Spuren der Dithmarscher begeben. Start war am 18.10.2013 um 9.30 Uhr am Busparkplatz an der Holstentherme. Weiter ging es über Bad Bramstedt, Kellinghusen bis zum Eidersperrwerk, wo wir von unserem Nationalpark-Wattführer Johann P. (Jan) Franzen erwartet wurden. Wir wurden prä-zise über den Bau informiert. Das imposante, sehenswerte Eidersperrwerk ist eines der größten in Europa
Gut 5 Jahre dauerte der Bau mit dem Ziel, den Schiffsverkehr auf der Eider zu gewährleisten, die Marschgebiete zu entwässern und vor Sturmfluten zu schützen.
Fünf riesige Doppelhubtore von jeweils 250 Tonnen Gewicht sorgen für einen geregelten Wasser-durchlauf an der Mündung der Eider, dem längsten Fluß in Schleswig-Holstein.

 Im Inneren des Sperrwerks verläuft die Verbindungsstraße zwischen Dithmarschen und Eiderstedt. Neben der Abdämmung entstand ein Hafen für Kutter und Ausflugsschiffe. Eine 25 Meter lange Schleuse, mit einer Klappbrücke für den Autoverkehr, sorgt für den Wasserstandausgleich zwischen Binnenhafen und Nordsee. Nach diesen guten Erklärungen konnten wir  bei gutem Wet-ter in frischer Nordseeluft ein herzhaftes Fischbrötchen genießen. Anschließend einchecken im Hotel Fernsicht in Tönning.

Nach nur kurzem Aufenthalt ging es nach Wesselburen ins Kohlosseum zum Krautmeister Hubert Nickels, bekannt von Fernsehauftritten. Das Kohlosseum umfaßt einen Bauernmarkt mit eigenen und einheimischen Produkten, die Krautwerkstatt und das Kohlmuseum. Letzteres bildet eine Sta-tion an der „Deutschen Kohlstraße“ im Herzen von Europas größtem zusammenhängendem Kohl-anbaugebiet. Der Krautmeister hat uns eingehend über seine Arbeit und anhand einer Vorführung die Bearbeitung und Herstellung des Sauerkrauts und andere aus Kohl hergestellte Produkte näher erläutert. Auch Probieren war angesagt. Alle vorgestellten Artikel konnten in dem Bauernmarkt dann käuflich erworben werden. Übrigens werden in diesem umfangreichen Anbaubiet jährlich 80 Mill. Kohlköpfe geerntet – für jeden Bundesbürger einen.

Nach dieser Besichtigung ging es dann weiter nach Büsum ins Café Orchidee zum Kaffeetrinken. Große Tortenstücke gehörten dazu. Anschließend erfolgte ein kleiner Hafenspaziergang. Leider bildet die Strandanlage noch eine riesige Baustalle – lediglich ist nur ein kleinerer Teil  fertiggestellt.
Zurück in Tönning, erwartete uns im Hotel zum Abendessen eine Spezialität „das Eiderstedter Bü-fett“. Sämtliche heimische außergewöhnliche Speisen standen zur Auswahl bereit. Da fiel das Aussuchen schwer – über Fisch und Fleisch - warm und kalt, Gemüse (nicht nur Kohl), Kaltspeisen, Sa-late bis zum Dessert war alles vorhanden.

Am nächsten Tag ging es nach Meldorf, wo unser Reiseleiter wieder zustieg. Es folgte eine weitläufige Rundfahrt um den Ort herum.

Meldorf liegt an der Miele auf einer ursprünglich ins Wattenmeer hineinreichenden Geestinsel. Durch die Landgewinnung (zuletzt der Speicherkoog) ist sie aber mittlerweile über sechs Kilometer von der Küstenlinie an der Meldorfer Bucht entfernt.
Unser Herr Franzen hatte auch einen Besuch zum Dithmarscher Landesdenkmal bei Epenwöhrden eingeplant. Es steht auf der „Tausendteufelswarf (plattdeutsch: Dusenddüwelswarf“ etwas außer-halb der Touristenroute. Das Denkmal soll an die Schlacht von Hemmingstedt (1500) erinnern und wurde im Februar 1900  eingeweiht.

Die Fahrt ging weiter entlang eines Teilstücks des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wat-tenmeer (UNESCO-Weltnaturerbe). Dank der Begleitung unseres seit über 25 Jahren erfahrenen Wattführers unternahmen wir eine etwas 2-stündige Salzwiesenwanderung nach Helmsand – einst eine halligartige Insel in der Meldorfer Bucht,  die sich zwischen Büsum und Friedrichskoog an der Nordsee entlangzieht. Doch seit die einstige Insel über einen Damm mit der Festlandküste ver-bunden ist, erscheint sie nur noch als Halbinsel, die etwa 1 km in die Nordsee hineinragt. Durch die Landzuwächse in Verbindung mit dem Dammbau ist der Charakter einer Insel zwischenzeitlich verlorengegangen. Reste einer 600-mm-Schmalspurbahn (Lorenbahn), die vom Amt für Küstenschutz betrieben wurde und vom Festland auf die damalige Insel führte, sind bis heute noch erkennbar. Helmsand darf nicht ohne weiteres betreten werden, denn als Teil des Nationalparks Schleswig-Holsteinisches Wattenmeer und als wichtiges Vogelschutzgebiet herrschen strenge Vorschriften, um die in den unbeweideten Salzwiesen nistenden und brütenden Vögel nicht zu stören.

Einer der zahlreichen Meeresvögel, die auf Helmsand noch genügend intakte Natur vorfinden, um sich heimisch zu fühlen, ist der selten gewordene Austernfischer, der alljährlich mit etlichen Brut-paaren vertreten ist. Wir konnten aufgrund unserer Führung diese schützenswerte Landschaft in Augenschein nehmen und erhielten dabei interessante Informationen über die Entstehungsge-schichte dieser einzigartigen Landschaft, Deichbau, Küstenschutz, Vegetation, Vogelwelt u.v.m.
Während unserer Wanderung wurden immer wieder Stops eingelegt, die zu eingehenden Erklärungen genutzt wurden. Jan hatte uns sogar ein paar typische Salzwiesenpflanzen aus dem Watt geholt z.B. Strandaster, Strandflieder, Queller, Strand-Sode Strand-Wermut, Engl. Schlickgras u.v.m. Etliche dieser Pflanzen sind eßbar.

Nachdem wir vom Nordseewind ordentlich durchgepustet waren, ging es zügig zum Bus zurück. Fast alle Mitreisenden waren von dieser Exkursion und den  interessanten Informationen begeis-tert, dann aber doch froh, wieder in wärmere Gefilde zu gelangen. Das letzte Ziel unseres Nordsee-Aufenthaltes bildete dann noch ein gemeinsames Schollenessen in der Seehundstuv in Friedrichskoog. Bevor wir die Heimreise antraten, war am Hafen die Möglichkeit zum Fischeinkauf gegeben. In Meldorf verabschiedeten wir uns dann noch dankend von Jan Franzen. Gegen 18.30 Uhr hatte uns Kaltenkirchen wieder.


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